Auch bei der zweiten Auflage des TriStar111 Germany in Worms glänzten zwei Athleten des Teams Tempo-Sport olivierbernhard mit Kategoriensiegen. Fast schon ein 2 Generationen Podest. Caroline Röhrl gewinnt in Ihrer Alterskategorie F 18 – 24 und Georges Bürgi in der Kategorie M50 – 54. Ich zitiere aus der Rhein Main Presse vom Montag 30.05.2011 „ Rheinhessen, deine Winde. Speziell die hundert Kilometer durch die Weinberge hatten es in sich.“ und die Kommentare einiger Pros „Auf der Radstrecke hatten wir einen starken Gegenwind“ oder „Die Radstrecke war schwerer als im letzten Jahr“. All dies konnte uns nichts anhaben. Mit unseren Cervelo’s haben wir uns den Herausforderungen gestellt und die Strapazen nicht minder souverän gemeistert wie ein paar der prominenten Mitstreiter (Udo Bölts und Marcel Wüest) notabene 2 ehemalige Tour de France Radcracks . Es hat sich gelohnt. Am Ende der Tritt zuoberst aufs Treppchen und in Erinnerung bleibt ein top organisierter Wettkampf in einer wunderschönen Umgebung.
Team Tempo-Sport - exersciences
71 Team Rider mit einem gemeinsamen Ziel: Speed and Emotions
71 Team Rider mit einem gemeinsamen Ziel: Speed and Emotions
Dienstag, 31. Mai 2011
Dreimaldrei nördlich und östlich des Rheins
Am vorletzten Wochenende lud man im badischen Rheinfelden zum Triathlonfest. Auszuwählen war unter drei Distanzen - Volkstriathlon, olympische und Halbdistanz -, die auf den gleichen Strecken durchgeführt wurden (im Angebot war zudem auch ein Liga-Wettkampf, bei dem man auch athleti tempisti beobachten durfte). Georges und ich waren am Samstag angereist um uns am Sonntag so um halb zehn bei besten Wetterbedingungen in die Fluten des Rheins zu stürzen und uns auf die olympische Distanz zu machen. Nach rund 2h18 waren wir beide im Ziel - was Silber in unseren jeweiligen AKs bedeutete (zum Glück - für mich - gibt's bei deutschen Wettkämpfen Altersstaffelungen in Fünfjahresschritten.. ;-). Zwischen Startschuss undFinishline gabs eine kleine Fusspassage mitten im Rhein, den Pain Hill, der gemäss Georges Supercomputer fast überhängend gewesen sein muss und den es zweimal zu absolvieren gab (und der also tatsächlich painful war), superschöne langgezogene Zisch-und-Düs-Strecken, Laufvergnügen über die Landesgrenze hinweg und am Schluss sogar einen fotografischen Schnappschuss mit einem attraktiven Vordergrund (hehehe) und einem interessantenHintergrund.


Martin
Zuoberst aufs Podest reichte es übrigens Andreas Krähenbühl über dieVolksdistanz, wo er sich den Tagessieg sicherte.
Eine Woche später stand ich am Samstag, 28. Mai in Wien am Ufer der Donau, um dort die Halbdistanz des Vienna City Triathlon zu absolvieren, und Georges sollte am Sonntag in Worms den TriStar111 in Angriff nehmen (dort sollte es ihm zum Sprung auf den Podest-Gipfel reichen, aber darüber mag er selber berichten).
Für Wien hatte ich mich u.a. deshalb entschieden, weil die Destination vergleichsweise einfach und günstig zu erreichen ist, weil das Startgeld schon fast gefährlich billig war und weil das Startfeld auf unter 400 Teilnehmende begrenzt war - für einen Schwimmprügelfeigling wie mich also ideal. Und für das bescheidene Startgeldvon 75 Euro haben die Wiener einen super-professionellen Wettkampf aufgezogen mit allem was dazugehört aber ohne überflüssigen Schnickschnack. Das Rennen erlaubt grundsätzlich schnelle Zeiten, weil in der Donau 1,9km geschwommen wird (2 Runden im Dreieckskurs), auf einer komplett gesperrten flachen Radstrecke auf der Donauinsel 90km lang geradelt wird und ebenso flach 20km gerannt werden muss. Allerdings waren die Bedingungen diesmal höchst garstig: Temperatursturz, heftige Nordwinde, kräftiger Regen. Dennoch schaffte der Sieger Petr Vabrousek das Ganze in beachtlichen 3h56.
Ich selber habe mir drei Ziele gesetzt: Bester Schweizer zu sein (lange Zeit war ich der einzige gemeldete Schweizer, dann tauchte noch ein Free Radical auf, der allerdings in Graz lebt), vor der ersten Frau ins Ziel zu kommen und aufs AK-Stockerl zu kommen (weil es dafür einen Pokal geben würde und mir mein 9jähriger, ältester Sohn seit seinem ersten Pokalgewinn noch immer in den Ohren liegt, ich müsse jetzt endlich mal gleichziehen mit ihm). Nach 4h29 hat es mit allen drei Zielen (und dem 16. overall-Platz) gut geklappt!
Der Wettkampf ist empfehlenswert und wer Wien als Stadt und Feriendestination schätzt, der soll sich doch mal dieses Angebot genauer ansehen. Allerdings sollte man für eine Hotelunterkunft sorgen, in der man das Rad gleich mit unter die Dusche nehmen kann...
Sonntag, 8. Mai 2011
Erfolgreiches Team Tempo-Sport olivierbernhard an der Seeland Classic
Bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen haben wir uns gestern Nachmittag in Lyss der radsportbegeisterten Konkurrenz gestellt. Gleich vorneweg. Es ist schon was anderes, in einem Feld mit über 300 Teilnehmern bei Geschwindigkeiten von permanet über 40 km/hrs konzentriert mitfahren zu können. Gleich beim ersten wirklich steilen Anstieg wurde dann attackiert was das Zeug hält. Bei mir hat es ganz knapp nicht gereicht, ganz vorne dranzubleiben und meine Hoffnung, dass sich dann das Tempo an der Spitze nach der Bergpreiswertung etwas beruhigen würde hat sich leider nicht erfüllt. Also war für mich die Post vorne schon weg. Dafür waren meine Teamkollegen aktiv mit dabei und haben kräftig Tempo gemacht, wie es sich gehört bei so einem Teamnamen ! Schlussendlich reichte es für Platz 2 in der Teamwertung (bei 24 klassierten Mannschaften), nur um knappe 5 Sekunden geschlagen von einer wirklich starken Mannschaft des Rennshops Wüthrich in Burgdorf. Des weiteren noch einmal 2 Kategorien Podesplätze, Christoph, 2. Rang bei den Senioren 2 und meine Wenigkeit 3. Rang bei den Senioren 3. Carlos, Rang 5 Sen. 1 und Beat, Rang 6 Sen. 2 schafften es ebenfalls in die Top Ten. Vergessen wir nicht, Trevor Gannon, einen regelmässigen Teilnehmer des King of the Hill, der sich ebenfalls tapfer über die 2 Runden gekämpft hat. In einem Punkt waren wir uns alle einig. Es hat riesigen Spass gemacht - and: we will be back !
Samstag, 30. April 2011
King of the movies
Danke an Nicol für dieses Hammer-Video. Oscar-verdächtig!!!
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=_5UW4fy16EM
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=_5UW4fy16EM
Freitag, 29. April 2011
Mittwoch, 27. April 2011
Nachtrag zum IM South Africa
Nach Auswertung aller Performance Daten kann ich sagen, dass der CadEx (http://www.exersciences.com) bei mir funktioniert hat! Basierend darauf habe ich mit meinem Coach eine neue Zielkadenz von 75-80 auf 180 Km bei Watt Average von rund 180 festgelegt. Als Vergleich zum IM Switzerland im 2010 mit 85-90 Kadenz, bei fast gleicher Wattleistung, habe ich vor allem auf den letzten 75 Radkilometer einen grossen Unterschied gespürt. Mein Fazit: Ein von A-Z angenehmes „Wohlfühl-Radfahren“, keinerlei Kriesen und einer zum Erfolg führenden Konstanz.
Liebi Grüessli d'Simone
Sonntag, 17. April 2011
When the going gets tough, the tough get going

Tempo Sport ist zweifelsohne erste Wahl unter den feinen Schweizer Sportadressen. Das bezeugt auch die Feldstärke des Rennvelotreffs und die Tatsache, dass darunter immer wieder Sportprominenz vertreten ist. In der zweiten, offiziellen Auflage 2011 fand sich wiederum ein etwa 30-köpfiges Peloton in Thalwil an der Gotthardstrasse ein, um gemeinsam zur Sattelegg zu pilgern. Darunter niemand geringeres als die amtierende Zeitfahrweltmeisterin Emma Pooley. Ein regelmässiger Gast bei Tempo Sport seit Ihrem Umzug ans linke Züriseeufer.
Sie sagte mir vor Begin des Trainings, dass sie gerne etwas vorne im Feld fahren würde. Sie hätte sich bei einem Trainingssturz am Dienstag das Schlüsselbein gebrochen (!) und möchte kein Risiko eingehen. Den Aufstieg zur Sattelegg würde sie dann auch im eher lockeren Tempo hochfahren, so wie's halt gehe. (Dass unser Rennvelotreff ihr eine Alternative zur Flêche Wallonne dient, find ich echt cool!)
Respekt - das sind die wahren HeldInnen der Landstrasse! Cycling-Indianer kennen eben keine Schmerzen. Gemütlich haben wir uns an der Spitze des Feldes unterhalten. So richtig langsam war's nicht. Ab Siebnen aber war die 4er Spitze froh, dass Emma etwas zurückgebunden wird... Auf der Passhöhe wird sie trotdem "Queen of the hill". "Wie fährt die Frau, wenn sie ganz gesund ist?", fragen mein erhöhter Puls und meine etwas angesäuerten Beine.
Mit Emma berghoch fahren zeigt schmerzlichst, dass es im Radsport eben um "Watt pro kg Körpergewicht" geht und nicht um reine Kraft... ganz zu schweigen von einer unglaublichen Zähheit - habe ich schon gesagt, ähm, Schlüsselbein und so....Chapeau!
Solche AthletInnen/Leistungen motivieren und inspirieren, da kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden...so etwa sonntags ab 9 Uhr bei Tempo Sport!
Montag, 11. April 2011
Ironman Southafrica – die Vor- und Nachteile

Wir reisen ja öfters mal ein bisschen weiter für ein Qualirennen – Agegrouper genau so wie Pro’s (die einfach häufiger auf der Punktesammeljagd). Daher ein kleiner Überblick wie ich die Vor-und Nachteile eines Wettkampfes in Port Elizabeth sehe.
Vorteile:
- Anreise, kann kurz (kurzfristig) gehalten werden, da keine Zeitumstellung und Klima i.d.R. nahe bei CH / frühlingshaft - oder ausnahmsweise sommerlich abartig heiss wie dieses Jahr ;)
- Nachtflug, hin- und zurück spart Ferientage
- Organisation, am Raceday ist wirklich genial. Es ist alles klar strukturiert, keine offenen Fragen und sensationelle Verpflegung auf der Strecke, v.a. Wasser auf dem Run in rundum verschlossenen Plastikbeuteln, die sich easy aufbeissen lassen, so dass das Trinken leicht fällt (wenn man das mal gecheckt hat ;)
- Zuschauer, leben den Sport und den Event. Das ist hier wie ein Nationalfeiertag. Alles und Jeder ist auf der Strasse und feuert an, supportet, bringt zum Lachen etc. V.a. weil es drei Runden sind (Bike und auch Run) führt dies zu unglaublichen Motivationsschüben auf fast der ganzen Strecke.
- Für die Pro’s super Homestayangebot (bei ausgewählten, super Leuten) und Flughafentransfer. Das ist hier – im Vergleich zu anderen Orten – echt sensationell.
Nachteile:
Wind, ist hier üblicherweise sehr stark, unter 3 Beaufort geht nichts, bis 6 ist absolut üblich. D.h. Meer ist sehr sehr wellig, Radstrecke ein Kampf gegen oder Genuss mit dem Wind aber die Felgenwahl sollte man clever treffen und der Run ist z.T. auch ein richtiges „gegen den Wind lehnen“ und daher nicht so schnell wie die Strecke hoffen lässt. Die Höhenmeter sind übrigens pro Runde wenig merklich aber x3 dann doch nicht zu unterschätzen!
Transition, ist eine weitere zeitraubende Disziplin; Es wurde für die Zuschauer zu einem Schaulaufen gemacht (evt. müssen das nur die Pro’s über sich ergehen lassen), so dass man ein paar Extrarunden um das VIP-Haus einplanen muss anstatt das Rad direkt zu greifen. Zudem keine Kontrolle durch Personal. Euer Rad ist evt. kaputt (meines lag leicht defekt am Boden) oder eure Runbags hängen nicht mehr da wo sie sollten. Checkt das wenn möglich vorher (sofern es nicht während dem Swim passiert wie bei mir)
Schwimmstrecke x2, was zu vielen Boxkämpfen um die darum nahe aufeinanderliegenden Boienturns führt. Insbesondere weil es sich um 7.00 Uhr um einen Massenstart (inkl. Pro’s) handelt. Und weil man nach der ersten Runde einen 100m Beachrun durch einen Zuschauerkanal (auch hier alles für die Zuschauer) machen „darf“ (das Feeling wurde mit dem Solarberg in Roth verglichen... naja, ich fands eher eine riesen Tortur).
Die Resultate des IM SA 2011 findet ihr ja auf der IM-Homepage. Nur noch ein paar hoffentlich motivierende Worte für alle von Euch, die mal kürzer oder länger verletzungsbedingt pausieren müssen (oder es nicht tun und „rumdökterln“ und täglich „probieren“) oder sich über eine Grippe aufregen: Ich bin 4 Monate gar nicht mehr gelaufen, dann 4 Monate ein bisschen und habe laut Olivier diese Saison nur ganz wenige Lauftrainings absolviert, die den Namen auch verdienen. Meine Endzeit nüchtern betrachtet war keine Sensation, aber unter den Umständen tiptop, was mir zeigt, dass ich es noch immer drauf habe. Wieso ich das schreibe: Vertraut eurem Körper. Er hat gelernt, was er zu tun hat. Er kann es aber nur ausführen, wenn ihr ihm bei Bedarf genügend = sehr viel! Erholung gönnt. Lasst euch nicht unterkriegen von „Zwangspausen“!!
Liebe Grüsse von Simone
Sonntag, 10. April 2011
Erster King of the Hill des Jahres
Die erste Könige und eine Königin haben es geschaft! Über 30 athleten fanden Heutemorgen bei schönstem Wetter, der Weg nach Thalwil um der Sattelegg im Angriff zu nehmen. Nach eine Kurze 'Pinkelpause' unten am Berg, und der wechsel zu Kurz/Kurz fanden alle der weg nach oben, der Video ist der beweis. (leider kann mann mit eine handy nicht so lange Filmen das alle ankunften aufgenommen wurde) Nach der Abfahrt, wurde Thalwil in Stetigen Tempo angesteuert, und es gab dann auch mal der eine oder andere sprint wertung ;-)
Für weitere editionen ist zu sagen, dass es eine strassensperre gibt nach der damm, wodurch man wieder durch einsiedeln fahren muss. also besser gleich über der Brücke...
bis zum nächsten Mal,
euer Journalist des Tages
Donnerstag, 17. März 2011
Mein Krampf: Erfahrungsbericht aus Abu Dhabi

Der Siegesbewusste: Ich werde gewinnen
Um 2:30 bin ich nach 5 Stunden Schlaf vor dem Wecker läuten zusammen mit Lucia aufgewacht. Ich war zu Beginn an hellwach und fühlte mich hochmotiviert, denn ich wusste, dass es mein Tag werden konnte. Meine Leistungsdaten stimmten, ich hatte mich gut auf den Wettkampf vorbereitet und die Fahrradstrecke war wie für mich gemacht. Das Ziel war somit gesetzt: Erwische ich heute einen perfekten Tag, so habe ich die besten Chancen zum Saisonauftakt den Sieg nach Hause zu bringen.
Als der Startschuss fiel, bin ich wie ein Pitbull losgesprintet, um als Erster ins Wasser einzutauchen. Bereits nach der ersten Runde lag ich in Führung und ich stellte fest, dass ich die ersten 1500m in 20:30 absolviert hatte und hinter der kleinen Führungsgruppe, bestehend aus zwei Athleten und mir, lange niemand mehr kam. Die zweite Runde wurde nochmals mit gleichem Tempo geschwommen und nach 3000m war der Abstand zur Folgegruppe bereits etwa 200m gross.
Nach einem schnellen Wechsel, kam ich zusammen mit einem sehr leistungsstarken Athleten als erste aus der Wechselzone raus und fing an in die Pedale zu hämmern. Während der ersten Stunde fuhren wir um die 250 Watt und dies bei sehr starkem Wind und teilweise heftigen Sandstürmen. Hinter uns war niemand mehr zu sehen. Ich konnte die Leistung gut bringen, jedoch war mein Puls bereits stark erhöht (über der anaeroben Grenze) sodass ich bezweifelte in der Lage zu sein über 5 Stunden bei 40 Grad diese Leistung aufrechterhalten zu können. Mein Ziel war aber zu siegen und wer an sich zweifelt, der siegt nicht.
Der Kämpfer: Ich werde alles geben um zu gewinnen
Nach 100m fuhren wir immer noch 250 Watt. Meine Beine waren jedoch schon sehr schwer, mein Anzug war vom Salz bereits komplett weiss und mein Schädel fing durch die Überhitzung langsam an zu brummen. Nun ging es um´s kämpfen. Wie aus dem nichts, raste plötzlich ein Zeitfahrer arabischer Herkunft an uns vorbei. Der besagte Zeitfahrer war ohne Startnummer unterwegs und musste mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Lokalmatador mit sadistischer Veranlagung gewesen sein, der Spass daran hatte uns Triathleten in der Wüste zu demoralisieren. Leider habe ich vor lauter Staunen nicht mitbekommen, wie mein Weggefährte sich ans Hinterrad des arabischen Zeitfahrers angedockt hatte und innerhalb weniger Sekunden eine Lücke von ca. 30m entstehen liess. Als ich versuchte aufzuholen und die Lücke zu schliessen, hat sich mein linker Oberschenkel verkrampft. Der physische Schmerz war gross aber der noch grössere Schmerz war derjenige, als ich realisieren musste, dass ich die Lücke nicht mehr durch eigene Kraft schliessen konnte. Ich war jedoch fest entschlossen alles zu geben und so viel Watt wie nur möglich aus meinem Karbonesel rauszuholen, um den Schaden, der entstanden war, so gering wie möglich zu halten.
Der Überlebenskünstler: Wenn ich fokussiert und vorsichtig bin, werde ich die Wechselzone erreichen
Zwischen 130km und 160km wurde mein Zustand immer schlimmer. Ich hatte keinen Sichtkontakt mehr zum Führenden und die Krämpfe paralysierten meinen Körper bei der jeder kleinsten Bewegungsvariation. Wenn ich die Aeroposition verlassen habe, hat sich der Rücken verkrampft. Versuchte ich aufwärts vorne zu drücken, haben sich die Oberschenkel verkrampft. Wenn ich hinten gezogen habe, um meine Oberschenkel zu schonen, haben sich die Waden verkrampft. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat sich meine linke Bauchmuskulatur ebenfalls verkrampft, als ich versuchte meine Gelflasche aus dem Flaschenhalter hinter meinem Rücken herauszunehmen. Meine Watt Zahlen waren rapide auf 150 gesunken und jegliche Versuchung mehr Watt zu treten, scheiterte. Zum Glück hatte ich nur noch 20km bis zur letzten Wechselzone zu fahren und hinter mir war immer noch niemand zu sehen. Ab diesem Zeitpunkt ging es ums nackte Überleben. Dennoch war ich überzeugt davon, es bis in die nächste Wechselzone zu schaffen.
Der Finisher: Solange ich bei Bewusstsein bin, kann mich niemand daran hindern die Ziellinie zu erreichen
Als ich nach fast 5.30 Std. die Wechselzone erreichte, war ich extrem erleichtert, zugleich aber auch leicht beunruhigt. Mein Körper war nach mehr als 50 Krampfanfällen so kaputt, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, auch nur einen Laufschritt machen zu können. Bevor es so weit war, gab es jedoch ein anderes Problem; ich musste vom Rad absteigen. Ich versuchte es also und bin jedoch aufgrund eines erneuten Krampfanfalles seitlich umgekippt und konnte nicht mehr aufstehen. Die Helfer haben mich unbeholfen angeschaut und zugerufen, dass ich doch aufstehen sollte bevor die Verfolger mich einholen würden. Dies war interessanterweise zu diesem Zeitpunkt nicht meine grösste Sorge.
Nachdem ich vorsichtig ins Zelt gelaufen bin und meinen Sack gefunden hatte, versuchte ich nun meine Laufschuhe anzuziehen was leider nicht möglich war. Jeder Versuch mich zu beugen, hat einen oder zugleich mehrere Krämpfe ausgelöst. Zum Schluss lag ich wie ein Haufen Elend auf dem Zeltboden mit Schmerzen im ganzen Körper, die ich nicht einmal meinem ärgsten Feind wünschen würde. Zum Glück gab es jedoch mehrere Helfer, die Mitleid mit mir hatten und versucht hatten, meine Krämpfe zu lösen und mir dabei halfen, die Schuhe anzuziehen. Wahrscheinlich hätte ich aufgrund dieser starken Hilfeleistung disqualifiziert werden sollen, aber dies war mir in diesem Moment ziemlich egal und es ging leider nicht anders. Mit den Laufschuhen unter den Füssen bin ich mit mehr als 5 Minuten Verzögerung aus dem Zelt herausgerannt. Aus reinem „Zwecksoptimismus“ war ich überzeugt davon, dass es funktionieren könnte, die ersten 500m konnte ich noch Rennen, aber dann hat mich die Realität in Form von neuen Krämpfen eingeholt. Jeder weitere Versuch zu Rennen wurde abrupt durch Krämpfe zerstört und so war ich gezwungen, praktisch die gesamte Laufstrecke (20km) in Schneckentempo zu marschieren. Ob dies sinnvoll war, interessierte mich in diesem Moment nicht. Ich habe es gemacht aus dem einfachsten aller Gründe; nämlich dass ich in der Lage war es zu machen und weil ich wusste, dass Lucia im Ziel auf mich wartete. Und ich habe es deswegen gemacht weil ich mich an eine Zeile erinnert habe: „pain is temporary … quitting lasts forever“.
Um 2:30 bin ich nach 5 Stunden Schlaf vor dem Wecker läuten zusammen mit Lucia aufgewacht. Ich war zu Beginn an hellwach und fühlte mich hochmotiviert, denn ich wusste, dass es mein Tag werden konnte. Meine Leistungsdaten stimmten, ich hatte mich gut auf den Wettkampf vorbereitet und die Fahrradstrecke war wie für mich gemacht. Das Ziel war somit gesetzt: Erwische ich heute einen perfekten Tag, so habe ich die besten Chancen zum Saisonauftakt den Sieg nach Hause zu bringen.
Als der Startschuss fiel, bin ich wie ein Pitbull losgesprintet, um als Erster ins Wasser einzutauchen. Bereits nach der ersten Runde lag ich in Führung und ich stellte fest, dass ich die ersten 1500m in 20:30 absolviert hatte und hinter der kleinen Führungsgruppe, bestehend aus zwei Athleten und mir, lange niemand mehr kam. Die zweite Runde wurde nochmals mit gleichem Tempo geschwommen und nach 3000m war der Abstand zur Folgegruppe bereits etwa 200m gross.
Nach einem schnellen Wechsel, kam ich zusammen mit einem sehr leistungsstarken Athleten als erste aus der Wechselzone raus und fing an in die Pedale zu hämmern. Während der ersten Stunde fuhren wir um die 250 Watt und dies bei sehr starkem Wind und teilweise heftigen Sandstürmen. Hinter uns war niemand mehr zu sehen. Ich konnte die Leistung gut bringen, jedoch war mein Puls bereits stark erhöht (über der anaeroben Grenze) sodass ich bezweifelte in der Lage zu sein über 5 Stunden bei 40 Grad diese Leistung aufrechterhalten zu können. Mein Ziel war aber zu siegen und wer an sich zweifelt, der siegt nicht.
Der Kämpfer: Ich werde alles geben um zu gewinnen
Nach 100m fuhren wir immer noch 250 Watt. Meine Beine waren jedoch schon sehr schwer, mein Anzug war vom Salz bereits komplett weiss und mein Schädel fing durch die Überhitzung langsam an zu brummen. Nun ging es um´s kämpfen. Wie aus dem nichts, raste plötzlich ein Zeitfahrer arabischer Herkunft an uns vorbei. Der besagte Zeitfahrer war ohne Startnummer unterwegs und musste mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Lokalmatador mit sadistischer Veranlagung gewesen sein, der Spass daran hatte uns Triathleten in der Wüste zu demoralisieren. Leider habe ich vor lauter Staunen nicht mitbekommen, wie mein Weggefährte sich ans Hinterrad des arabischen Zeitfahrers angedockt hatte und innerhalb weniger Sekunden eine Lücke von ca. 30m entstehen liess. Als ich versuchte aufzuholen und die Lücke zu schliessen, hat sich mein linker Oberschenkel verkrampft. Der physische Schmerz war gross aber der noch grössere Schmerz war derjenige, als ich realisieren musste, dass ich die Lücke nicht mehr durch eigene Kraft schliessen konnte. Ich war jedoch fest entschlossen alles zu geben und so viel Watt wie nur möglich aus meinem Karbonesel rauszuholen, um den Schaden, der entstanden war, so gering wie möglich zu halten.
Der Überlebenskünstler: Wenn ich fokussiert und vorsichtig bin, werde ich die Wechselzone erreichen
Zwischen 130km und 160km wurde mein Zustand immer schlimmer. Ich hatte keinen Sichtkontakt mehr zum Führenden und die Krämpfe paralysierten meinen Körper bei der jeder kleinsten Bewegungsvariation. Wenn ich die Aeroposition verlassen habe, hat sich der Rücken verkrampft. Versuchte ich aufwärts vorne zu drücken, haben sich die Oberschenkel verkrampft. Wenn ich hinten gezogen habe, um meine Oberschenkel zu schonen, haben sich die Waden verkrampft. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat sich meine linke Bauchmuskulatur ebenfalls verkrampft, als ich versuchte meine Gelflasche aus dem Flaschenhalter hinter meinem Rücken herauszunehmen. Meine Watt Zahlen waren rapide auf 150 gesunken und jegliche Versuchung mehr Watt zu treten, scheiterte. Zum Glück hatte ich nur noch 20km bis zur letzten Wechselzone zu fahren und hinter mir war immer noch niemand zu sehen. Ab diesem Zeitpunkt ging es ums nackte Überleben. Dennoch war ich überzeugt davon, es bis in die nächste Wechselzone zu schaffen.
Der Finisher: Solange ich bei Bewusstsein bin, kann mich niemand daran hindern die Ziellinie zu erreichen
Als ich nach fast 5.30 Std. die Wechselzone erreichte, war ich extrem erleichtert, zugleich aber auch leicht beunruhigt. Mein Körper war nach mehr als 50 Krampfanfällen so kaputt, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, auch nur einen Laufschritt machen zu können. Bevor es so weit war, gab es jedoch ein anderes Problem; ich musste vom Rad absteigen. Ich versuchte es also und bin jedoch aufgrund eines erneuten Krampfanfalles seitlich umgekippt und konnte nicht mehr aufstehen. Die Helfer haben mich unbeholfen angeschaut und zugerufen, dass ich doch aufstehen sollte bevor die Verfolger mich einholen würden. Dies war interessanterweise zu diesem Zeitpunkt nicht meine grösste Sorge.
Nachdem ich vorsichtig ins Zelt gelaufen bin und meinen Sack gefunden hatte, versuchte ich nun meine Laufschuhe anzuziehen was leider nicht möglich war. Jeder Versuch mich zu beugen, hat einen oder zugleich mehrere Krämpfe ausgelöst. Zum Schluss lag ich wie ein Haufen Elend auf dem Zeltboden mit Schmerzen im ganzen Körper, die ich nicht einmal meinem ärgsten Feind wünschen würde. Zum Glück gab es jedoch mehrere Helfer, die Mitleid mit mir hatten und versucht hatten, meine Krämpfe zu lösen und mir dabei halfen, die Schuhe anzuziehen. Wahrscheinlich hätte ich aufgrund dieser starken Hilfeleistung disqualifiziert werden sollen, aber dies war mir in diesem Moment ziemlich egal und es ging leider nicht anders. Mit den Laufschuhen unter den Füssen bin ich mit mehr als 5 Minuten Verzögerung aus dem Zelt herausgerannt. Aus reinem „Zwecksoptimismus“ war ich überzeugt davon, dass es funktionieren könnte, die ersten 500m konnte ich noch Rennen, aber dann hat mich die Realität in Form von neuen Krämpfen eingeholt. Jeder weitere Versuch zu Rennen wurde abrupt durch Krämpfe zerstört und so war ich gezwungen, praktisch die gesamte Laufstrecke (20km) in Schneckentempo zu marschieren. Ob dies sinnvoll war, interessierte mich in diesem Moment nicht. Ich habe es gemacht aus dem einfachsten aller Gründe; nämlich dass ich in der Lage war es zu machen und weil ich wusste, dass Lucia im Ziel auf mich wartete. Und ich habe es deswegen gemacht weil ich mich an eine Zeile erinnert habe: „pain is temporary … quitting lasts forever“.
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