Team Tempo-Sport - exersciences
71 Team Rider mit einem gemeinsamen Ziel: Speed and Emotions

Donnerstag, 17. November 2011

Hot 'n' Cold...

Wusstet ihr eigentlich, dass über 90% der schweizer Bevölkerung auf die Frage, wie sie sich auf einer Skala von 1 bis 10 gerade fühlen, mit "fünf" antworten? Denkt einmal kurz darüber nach, was das denn eigentlich heisst. Eins, das steht für "mir geht's hundsmiserabel, die Welt ist ein Ort, an dem die Sonne nie scheint und zudem noch gegen mich". Zehn ist im Gegensatz dazu "mir geht's super, ich liebe das Leben und alles, was es so zu bieten hat".
Logischerweise würde fünf also bedeuten - Durchschnitt. Naja. Es geht so. Könnte besser sein...
Wenn man sich das einmal überlegt heisst das ja, dass er dem allergrössten Teil der Leute besser gehen könnte, oder nicht?
Um Fehlschlüssen vorzubeugen: ich bin kein dauerhaft gut gelaunter Strahlemann den nichts umhauen kann und der jeden Tag damit beginnt, erst einmal all seine Stofftiere und dann den Rest der Welt zu umarmen. Dass wir nicht immer in Herzepinkystimmung sind ist klar - doch ist ein dauerhaftes "es könnte besser sein" nicht grässlich?
Ich stelle mir diese Fragen aus diversen Gründen. Zum einen ist es November, es wird langsam kalt draussen, kurze Hosen (und Röcke) und Tanktops weichen dicken Pullovern in meist eher tristen Farben und lächelnde Gesichter werden auf der Strasse zu Mangelware. Nichts neues an sich - "das ist halt so".
Was mir gestern Morgen allerdings so richtig zu denken gab und was mich auch zu diesen Zeilen veranlasst war eines dieser Schundhefte, die sich stolz als "Zeitung" betiteln und die es an jedem Bahnhof gratis mitzunehmen gibt. In diesem Falle hiess das Pamphlet "20minuten Friday" und war, wie man schon dem Titel entnehmen konnte, einige Tage alt.
"Glamour-Magazin", hiess es da. "Unser Model in New York", schrie mir die Titelseite entgegen. Und so weiter... mir wurden da sen-sa-tio-nelle Insights in das "Leben der Prominenten" versprochen, die absolut aktuellsten News zu Typen wie Justin Bieber oder die 16-jährige Sereina aus Brütten... nun, um es kurz zu machen: auf Seite drei angelangt fühlte ich mich ebenfalls etwas medioker und hätte die Gretchenfrage sofort mit einem "es könnte besser gehen" beantwortet.
Warum dies?
Nun - einmal ganz abgesehen von einem Sturm von Informationen in Form von Farbfotos, die irgendwelche sogenannte Promis zeigten und deren Unterschriften fantasievoll mit "Skandal!" oder "er betrügt sie/sie betrügt ihn/er betrügt es" begannen (und deren Inhalte anschliessend so formuliert waren dass sie auch ein imbeziler Frühkiffer aus Spreitenbach noch verstanden hätte) fand ich da ein Textfeld, dessen Inhalt ich gerne mit euch teilen möchte. Und zwar das "In & Out" der Woche. Passt auf, hier kommt es:
Per vergangenem Freitag ist also "In", Gelb mit Schwarz zu kombinieren, "X-Factor"-Partys zu veranstalten und sich auf "Breaking Dawn" zu freuen.
"Out" ist es hingegen, sich einen schwulen besten Freund zu suchen, die zu frühe Weihnachtsbedröhnung in den Läden und Justin Bieber's angebliche Baby-Mama.
Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich absolut Out, uncool und vermutlich mit meinen 25 Jahren bereits altes Eisen bin. Denn: Gelb und Schwarz? Nun, Biene Maja und die Tigerente sollten Bestandteil einer jeden gesunden Kindheit sein - brauchen wir ein Schundheft, um das zu wissen? Dann "X-Factor" - was ist das? Da ich in einer Fernsehlosen Welt glücklich lebe musste ich das erst einmal Googlen, mit dem Effekt, auf einmal für meine Unwissenheit dankbar zu sein. Und "Breaking Dawn"? Dass das ein Buch über katholische, keusche Vampire ist (an dieser Stelle: BITTE?) weiss ich noch - das ist aber bereits längst veröffentlicht, oder sehe ich das falsch? Wieder Google, und siehe da: die Rede ist wohl vom gleichnamigen Spielfilm. Können die Leute denn heute nicht mehr lesen? (Diese Frage konnte ich mir an Ort und Stelle bei einem weiteren Blick auf den Rest der Seite selbst beantworten - offenbar nicht).
Beim "Out" war ich ebenfalls reichlich überfordert: einen schwulen besten Freund zu haben? Der einzige Reim, den ich mir auf diese Zeile machen kann ist der, dass das wohl für junge, hippe Frauen gemeint ist - oder eben nicht mehr hip, seit letztem Freitag. Zu frühe Weihnachtsbedröhnung? Dass mir Nikoläuse im August gehörig gehen den Strich gehen weiss ich bereits seit einigen Jahren - hier stellt sich die gleiche Frage wie vorhin: brauchen einige Leute tatsächlich ein Klatschheft, um dies zu merken? (Ich stelle mir das in etwa so vor, neulich in der Platte: "Schatz, stell' dir vor, die ham angefangen mit der Weihnachtsdeko bei Aldi!" - "Sonst noch was? Das ist voll out, ey - steht im 20min Friday!")
Und schliesslich: wer ist eigentlich Justin Bieber? (Google weiss es ebenfalls, doch ich überlasse es euch, diese wertvollen Infos zu sammeln...)
Möglicherweise ist es genau dieser Fluss von unnötigen Informationen, der das Novemberloch noch tiefer schaufelt. Wir schlagen diese Magazine, Zeitungen und Heftchen auf und es wird uns präsentiert, was wir zu denken, gut zu finden und anzustreben haben. Wem verdirbt das nicht die Stimmung?
Nun - am Nachmittag lichtete sich gestern auch im Thurgauer Grenzland der Nebel, die Sonne zeigte, dass sie es noch immer drauf hatte und ich schwang mich ziemlich enthusiastisch auf mein Bike. Etwas mehr als eine Stunde später kam ich nicht mehr ganz so sauber als zuvor wieder nach Hause und mir wurde deutlich, dass der Weg zum persönlichen Glücklichsein auf keinen Fall auf Hochglanzpapier gedruckt sein kann.
Ich brauche kein hochaufgelöstes Photo von irgendeiner Promi-Schnepfe um mir wehmütig ein anderes Leben in Miami zu wünschen um dem November zu entkommen. Es reicht mir, wenn ich über einen im Sonnenlicht dampfenden Trail brettern, dabei um Haaresbreite eine schlüpfrige Wurzel überspringen und am Ende zitternd und mit einem dümmlichen grinsen im Gesicht zum Stehen kommen kann. Die Zeit steht still, doch dieser kleine Moment ist eingefangen und wird mich auch noch drei Wochen später zum lächeln bringen, wenn ich daran zurückdenke. Und das absolut beste an der Sache: wenn ich die Zeit dafür habe, spricht nichts dagegen, gleich nochmals auf den Berg zu radeln und den Stunt zu wiederholen!

Wir lieben unseren Sport und haben in unserem Team das grosse Privileg, ihn mit Menschen zu teilen, die unsere Leidenschaft nicht nur verstehen, sondern sogar nachvollziehen können, da sie selbst ein Teil davon sind.
Fragt euch doch morgen früh einmal, wie es euch geht. Antwortet ihr euch selbst mit: "es könnte besser gehen", lasst nicht den Kopf hängen, sondern: tut etwas. Die Äusserung alleine birgt es ja schon in sich: es KÖNNTE besser gehen. Also lassen wir es uns besser gehen - durch unseren Sport oder durch andere schöne Dinge, die es trotz November vor der Tür noch immer zuhauf gibt.
Und wenn alles nichts hilft - in jedem Zug oder Tram findet ihr früher oder später eine Gratiszeitung. Einfach sammeln, zerknüllen, in die nächste Feuerstelle legen, Holz und Brandbeschleuniger darüber (das ist zumindest meine Variante) - und schon spricht nichts mehr gegen ein Winter-Barbecue. Denn auch das ist nett.

...zum Schluss möchte ich noch mein persönliches, nicht 100% ernst gemeintes "In & Out" der Woche mit euch teilen:

In:

Mit Blättern verdeckte Schlammlöcher beim Biken
Monster Energy Drink
Andreu Lacondeguy und die Black Media Crew

Out:

29er (sorry, René!)
Frühkiffer aus Spreitenbach
Treibholz auf der Bahn im Hallenbad (auch bekannt als militante Brustschwimmer)

...und wie ist das bei euch so?

Herzlichst,
Fabian




Freitag, 11. November 2011

Comeback von Monika Lehmann?

Inferno Triathlon, Engadiner Frauenlauf, Gigathlon. Man könnte meinen, unsere ehemalige Pro-Athletin Monika Lehmann hätte wieder Ambitionen und denkt an ein Comeback. Dass dem nicht so ist, kann in der aktuellen Ausgabe der Aargauer Zeitung nachgelesen werden. Dort steht aber auch, dass uns Monika nächstes Jahr als ambitionierte Hobby-Athletin erhalten bleibt. Mit Pirmin Christen wird sie am Gigathlon in der Kategorie Couple starten. Und sicherlich auf dem einen oder anderen Streckenabschnitt ihre Klasse aufblitzen lassen.

Sonntag, 6. November 2011

Toller Saisonabschluss eines tollen Teams mit tollen Leuten bei tollem Wetter. Toll!

Am 6. November fand der traditionelle Saisonabschluss des Teams statt. Dieses Jahr wagten sich die Team Rider aufs Mountainbike und liessen sich von René Kuster sowie unserer neuen Teamathletin Renata Bucher die Basics des Bikesports zeigen. Die wenigen Bike-Angsthasen wurden von Carlos mit einem knackigen Lauftraining bestraft. Selber Schuld ;-) Beim anschliessenden Mittagessen konnten dann die Erlebnisse und Wunden gemeinsam verarbeitet werden. Neben gemütlichem Zusammensein gab es aber auch noch einige kleine Showeinlagen. So sorgten die Team Awards by Max wieder für einige zufriedene aber auch enttäuschte Gesichter. Auch wenn Max jeweils schon zu Beginn klar macht, dass diese Awards weder nach ausgeklügeltem System noch sonstigen logischen Überlegungen entstehen. Kein Wunder: Er ist ja auch gleich selber Nominationskomitee, Jury und Preisüberreicher in Personalunion. Und dann - ganz zum Schluss - verabschiedete die Teamleitung eine der grössten Sportlerinnen der Schweiz mit einem stark tränenden Auge aus dem Team: Karin Thürig hat nach ihrer besten Triathlonsaison überhaupt ihre grossartige Karriere definitiv und unwiderruflich beendet. Die Saison mit Karin war für das ganze Team ein ganz besonderes Erlebnis. Vielen Dank, Karin und alles Gute!!!
Für die restlichen Teammitglieder heisst es jetzt: Nach der Saison ist vor der Saison! Am 17.12.11 findet der nächste Athletentag von olivierbernhard statt und zwar auf den Langlaufskis. Im Januar wird dann die neue Saison am Kick-off offiziell eingeläutet. Mit diversen Neuerungen, neuen Partnern und einigen neuen Gesichtern im Team.

Hier geht es zu den Fotos: http://tiny.cc/shb04

Eines sei von Seiten der Teamleitung noch gesagt: IHR SEID DAS TOLLSTE TEAM WO GIBT!!!!



Dienstag, 18. Oktober 2011

Sportmassage im Holmesplace



Barbara Krähenbühl knetet dort unter Anderen (fragt sonst z.B. auch nach Jane Rother) regelmässig am Donnerstag Wädli durch. Dass sich das bewährt, sehen wir ja an den super Resultaten von unserem Teamkollegen Andy Krähenbühl :)
Also gönnt euch doch auch mal etwas und geht vorbei, wobei jedoch gewarnt sein soll: ein reiner Genuss ist es also nicht, manchmal ist das Training weniger hart als die Massage!

;o)


Liebe Grüsse von Simone




Viele von uns sind absolute Trainingsweltmeister und trimmen ihren Körper praktisch täglich auf Höchstleistungen. Zwar geben wir uns ab und zu in Form von ein paar Seelenzückerchen etwas zurück, aber auch das oft zu selten. Dabei ist unser „Chassis“ genau so wichtig, wie unser Motor. Dazu gehört eine regelmässige tiefe Sportmassage –finde ich - genau so, wie die nötige Eiweisszufuhr, genügend Kohlenhydrate und was sonst so noch strittig und unstrittig ist. Im Holmes Place in Oberrieden gibt es tolle Sportmassageangebote, d.h. nicht nur Einölen, was natürlich auch gut tut ;)

Samstag, 15. Oktober 2011

Expect the best, plan for the worst, and prepare to be surprised




Team Rider Pablo Erat (ein sub 9h-Ironman-Athlet) war einer von mehreren Teammitgliedern, welche auf Hawaii starteten. Lest hier seinen eindrücklichen Report:

Im Vorfeld des diesjährigen Ironman Rennen auf Hawaii habe ich mich besser vorbereitet als je zuvor. In den Monaten zwischen Ironman Zürich und Hawaii habe ich Training, Nahrung, Regeneration, Material, und Strategie deutlich optimiert mit dem Ziel in Hawaii das bestmögliche Resultat zu erzielen. So habe ich mein Trainingspensum und die Intensität deutlich erhöht, was sich durch den klaren Sieg und schnellen Lauf in den Europäischen Langdistanzmeisterschaften bemerkbar gemacht hatte. Auch habe ich jedes Wochenende bis zu 5 Stunden Hitzetrainings mit über 40 Grad Zimmertemperatur auf dem Ergometer durchgeführt, um mich auf das heisse Klima in Hawaii vorzubereiten. Zusätzlich achtete ich sehr stark auf die Nahrung mit starker Supplementation von Omega Fettsäuren und Mineralstoffen und schlief praktisch jede Nacht 8 Stunden, um die Regeneration zu beschleunigen. Auch die gesamte Wettkampfausrüstung wurde mit Hilfe von René und Max von Tempo-Sport für die Bedingungen auf Hawaii optimiert. Schliesslich habe ich, basierend auf der Analyse vergangener Leistungsdaten, zusammen mit meinem Coach Olivier und Reto, eine genaue Wettkampfstrategie ausgearbeitet, die das Hauptziel hatte, einen schnellen Marathon zu rennen. Vor dem Start wusste ich, dass eine bessere Vorbereitung auf allen Ebenen kaum möglich gewesen wäre. Leider schützt aber auch die beste Vorbereitung nicht vor dem Misserfolg, da die Realität sich nur selten den Plänen unterordnet. Hier ist ein Kurzbericht darüber wie, die Realität sich am Renntag gestaltete.

Swim

Beim Schwimmen startete ich in der ersten Reihe und fühlte mich zu Beginn an sehr wohl. Die ersten 10 Minuten waren geprägt von Positionskämpfen. Ich hatte mit dem Tempo in der grösseren Spitzengruppe keine Probleme und konnte mich locker durchsetzen. Auch den leicht unruhigen Seegang hat mein Rhythmus nicht beeinträchtigt. So kam ich nach 58 Minuten locker aus dem Wasser, hatte knapp 100 Athleten vor mir, und freute mich auf die Radstrecke.

Bike

Die erste Stunde auf dem Rad habe ich versucht exakt die definierte Strategie zu verfolgen, um gut ins Rennen reinzukommen und mich richtig zu hydrieren und abzukühlen. Nach eine Stunde erhöhte ich meine Leistung auf ca. 260 Watt. Es war erstaunlich zu sehen, dass ich mit 260 Watt kaum Positionen gut gemacht habe, was deutlich zeigt, wie hoch das Niveau auch auf der Radstrecke heutzutage ist. Als ich endlich in Hawi ankam, habe ich Schmerzen im Rücken verspürt, was mich ein wenig beunruhigt hat, da diese Muskeln 2009 mein Rennen bereits auf der Radstrecke zerstört haben. Zum Glück hatte ich meine Rheuma-Creme dabei und schmierte mir damit den ganzen Rücken während dem Fahren ein. Auf der Rückfahrt entschied ich mich konservativ mit knapp 250 Watt in einer kleineren Gruppe zu fahren. Ich merkte aber ziemlich schnell, dass die Gruppe v.a. beim Runterfahren langsamer wurde. Einige Fahrer haben sogar komplett aufgehört zu treten, sobald es ein wenig steiler bergrunter ging. Für mich öffnete sich damit eine super Gelegenheit, bei jeder Abfahrt mit konstanter Leistung zur nächsten Gruppe aufzuschliessen und so Position um Position gut zu machen. Während der letzten Stunde war ich, ohne mehr Kraft aufzuwenden konstant am Überholen; was sehr motivierend war. Als ich mit einer realisierten Radzeitzeit von 4.52 in die zweite Wechselzone kam war ich insgesamt auf Position 70 und in meiner Altersklasse auf Position 7 was für mich sehr motivierend war. Alles lief nach Plan.

Run

Als ich vom Rad abstieg, spürte ich den Rücken und die Beine relativ stark, machte mir aber keine Sorgen, da dies bei mir sehr häufig der Fall ist. In der Wechselzone nahm ich mir eine Minute mehr Zeit, um mich in Ruhe auf den Lauf vorbereiten zu können. Die ersten Laufschritte waren ziemlich steif und ich versuchte mich zu entspannen und nicht zu schnell zu laufen, obwohl ich überholt wurde. Nach einem Kilometer hatte ich einen anständigen Lauf-Rhythmus gefunden und lief mit einem leicht überhöhten Puls von 150 ein Tempo von gut 7.30 pro Meile. Der Schritt war jedoch gar nicht dynamisch, da sowohl der Hamstring, wie auch die Oberschenkel komplett steif waren. In dieser Situation konnte ich kaum etwas machen und hoffte einfach darauf, dass sich die Muskulatur lösen würde und ich anfangen konnte, entspannt zu laufen wie der Plan vorgesehen hat. Die Situation wurde aber immer schlimmer und bei Meile 4 konnte ich kaum mehr die Beine hochheben, wodurch auch das Tempo stark runter ging. Ab diesem Zeitpunkt wurde es auch psychologisch enorm schwierig, da ich konstant von Läufern überholt wurde und selber keinen einzigen Läufer überholen konnte. Nach 6 Meilen musste ich zum ersten Mal anhalten, um zu dehnen, was gut getan hat, aber keine zusätzliche Geschwindigkeit brachte. Zum Glück hat mindestens mein Elektrolyt-Haushalt gut funktioniert, wodurch mir Krämpfe erspart blieben. Als ich fast alles geben musste um Palani Road im Laufschritt hoch zu kommen, wusste ich, dass der Tag verdammt hart werden würde. Der Lauf raus zum Energy-Lab war horribel. Die Beine waren so steif, dass ich förmlich am Asphalt geklebt habe. Ich musste alles geben, um überhaupt vorwärts zu kommen und das Tempo war nicht höher als 10 km/h. Ich wurde von hunderten von Läufern überholt, mein Puls war unter 120, aber ich konnte absolut nichts machen. Am Ende ging es nur noch darum ins Ziel zu kommen. Nach 42 qualvollen Kilometern war ich nur noch erleichtert endlich die Ziellinie zu überqueren. Ich war nicht glücklich, sondern einfach froh, dass es vorbei war. Als ich im Ziel war, konnte ich kaum noch ohne Hilfe auf den Beinen halten. Es dauerte eine Stunde, bis ich in der Lage war mit Lucia´s Unterstützung ins Hotel zu kommen, wo ich völlig erschöpft auf der Stelle einschlief und erst 12 Stunden später wieder aufwachte. Noch bevor ich eingeschlafen bin, sagte ich zu Lucia, dass ich nie mehr in Hawaii starten werde, da ich nicht mehr bereit bin, mich so zu quälen, ohne etwas erreichen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt, genau eine Woche nach dem Wettkampf, muss ich meine Aussage wohl revidieren. Die Zeit wirkt nämlich wie eine Psychopharmaka. Sie zerstört die Realitätswahrnehmung und manipuliert die Erinnerungen ins Positive, was uns dazu bringt wunderbar irrationale Entscheide zu treffen. Never say never …

Pablo Erat

Dienstag, 13. September 2011

Schlurfin' in Las Vegas - der Soundtrack zur 70.3-WM

Gabriel Hopf meinte irgendwo zwischen Finishline, Medical Tent und Pizza-Ecken, von tempo-sport wären schon etliche auf der Strecke anzutreffen gewesen, vorgestern, an der Ironman 70.3 WM in Las Vegas. In der Tat sah man etliche rote und schwarze Tempo-Sportisti durch die Gluthitze flitzen - lediglich der AK45-Berner Ableger glänzte mit einer souveränen Leistung als Sonntagsspaziergänger (nachdem es im Flüssig-Wasser und im Trampelschweisswasser ganz flott ging). Die Liebeste zuhause meinte per SMS nur: hey, die langsamste Laufzeit Deiner AK, auch ein Rekord ;-).
Und um diesen Rekord zu feiern gibts hier den Sountrack zum Rennen. Passende Titel zum Anlass (der, das sei hier schon vorweggenommen, ein tolles Erlebnis ist).
1. Nina Hagen_Komm komm (zu alt als es davon ein video gäbe...)
4. Kreisky_Die, die immer gewinnen (anderer track, aber auch sehr vergnüglich und laut: scheisse, schauspieler)
6. Dendemann_Nesthocker (live-version)
8. Skunk Anansie_On my Hotel TV (ältere live-version)
9. Audioslave_Somedays (kaum zu glauben, aber gibts scheinbar kein video von....)

11. Die Ärzte_Living Hell (nur sound)

12. Garbage_I think i’m paranoid

17. The Cure_Fascination Street (der Extended Mix wäre besser)
18. Blur_Girls & Boys

19. Animal Collective_No more running

Und als Bonus-Track: Beastie Boys_Don't Play No Game That I Can't Win

Das nächste Mal wird der Berner wieder thalwil-mässig Zunder geben, wenn er in die Laufschuhe wechselt.
Martin

Samstag, 3. September 2011

A long, long way to Paradies !




Über die neue Ironman-Quali-Regelung für die WM 70.3 Las Vegas und Hawaii lässt sich viel schreiben, Gutes und Schlechtes. Fest steht auf jeden Fall, dass es nicht einfach ist, sich als eine der Top 30 Frauen der Welt zu qualifizieren. Angesichts der Leistungsdichte und des immer höher werdenden Niveaus ganz besonders, wenn es heisst, dies mit einem Beruf und entsprechend beschränkter Trainingszeit und Ferien/Reisekontingent zu verbinden. Die Saisonplanung wird zu einer Mathematikaufgabe und zu einem Pokerspiel. Ich persönlich hielt es für sinnvoll, an dem einmal gefällten Entscheid festzuhalten und mich nicht von der Startliste und der Konkurrenz beeindrucken zu lassen. Klar wäre im Nachhinein bspw. ein Start in dem höchstdotierten Texas super gewesen, hätte doch grob gesagt ein letzter Platz zu mehr Punkten verholfen, als ein Zweiter in Zürich. Nur, wer weiss schon, wer wirklich am Start sein wird, zumal Doppel- und Dreifachanmeldungen fast schon zur Usanz wurden. Und was bringt einem letztlich mehr: ein Top10 Platz in einem Spitzenfeld oder ein Sieg an einem weniger bedeutsam besetzten Rennen (welcher aber auch erst erzielt werden muss!)? Die Strategien waren verschieden. Meistens jedoch wurden diese Saison enorm viel mehr Rennen bestritten, als je zuvor. Teilweise wurden innert knapp 10 Monate 4 Ironman-Volldistanzen und ein paar 70.3-er bestritten, um die Qualifikation für Hawaii zu schaffen. Früher hiess es mal mehr als 2 IM pro Jahr wären zu viel. Fragt sich, wie nachhaltig ein solches Pensum ist. Aber das wird sich zeigen...
Ich konnte mich in dieser Saison letztlich (zwischenzeitlich deutlich weiter vorne, was für die Juliqualifikation massgeblich war) als Nummer 44 (Kona-Ranking) und ebenso als Nummer 44 (Las Vegas) in der Ironman-Weltrangliste behaupten. Dies mit einer von mir als „Mindestaufwand“ betrachteter Anzahl Wettkämpfe, welche einigermassen in der Nähe (Schweiz, Österreich, UK, Südafrika und Deutschland) stattfanden. Dass ich dabei einige Rückschläge hinnehmen musste, verletzungsbedingt weder sinnvolle Lauftrainings noch gute Laufleistungen in den (meisten) Wettkämpfen hinlegen konnte und der Punkte wegen und aus Vernunfts-/Gesundheitsgründen auch einmal den Marathon praktisch von A-Z zügig spazieren musste, zeigt das Pro-Ranking nicht auf. Interessiert auch niemanden... die Zahlen und Fakten, die Ränge und Punkte zählen. Aber es bestätigte mein Motto 2011: „Erfolg heisst einmal mehr aufzustehen, als man hingefallen ist.“ Das gilt übrigens auch für einen übleren Rad-Sturz im Wettkampf, sofern die Gelenke noch ganz sind und nur ein paar Hautfetzen runterhängen ;) Oder „You can get it if you really want, but you must try, try and try!“
Gib niemals auf, denn es wird erst am Ende abgerechnet. It’s a long, long way to Paradies. Ein steiniger, schöner, langer, unvergesslicher, qualvoller und prägender Weg; mit ein paar wenigen Freudensprüngen, voller Niederlagen, Enttäuschungen und Torturen. Aber ich habe mich nie, nicht eine Sekunde lang, gefragt „wozu“....
I’m going to Las Vegas (July Qualifier!!) and 2012 to Hawaii
:)

Aloha, Simone

Donnerstag, 25. August 2011

Inferno 11

Inferno 2011 32./4.AK2

11 Wochen nach dem schlimmen Unfall mit gebrochenem Halswirbel, 2 gerissenen Sehnen und einem zersplitterten Mittelhandknochen...

Nach den geplatzten Ironman-Träumen wollte ich doch noch einen Wettkampf finishen dieses Jahr. Ziel war, irgendwie ohne mich zu überlasten und die Gesundheit zu gefährden zu finishen.

Nach dem geplatzten Schwimmen sah ich meine (insgeheime) Hoffnung auf eine gute Klassierung schwinden. Umso mehr, als ich in den Abfahrten noch ängstlicher als sonst ganz vorsichtig runter fuhr und immer wieder einige AthletInnen passieren lassen musste.

Nach einer Panne auf der kleinen Scheidegg und einem Stillstand in der Hitze von Lauterbrunnen kurz nach Beginn der Steigung lief es mir immer besser, sodass ich kurz vor dem Schilthorn noch dem amtierenden X-Terra Weltmeister aus Holland, der mich zeitweilig überholt hatte, tschüss sagen konnte und verhältnismässig entspannt und ohne gesundheitliche Beschwerden finishen konnte.

Hier nochmals Dank an Bemertherapie, Temposport und die überwältigende (!!!!) Anteilnahme nach meinem Unfall!
Ihr habt mich wieder gesund gemacht!
Nun hoffe ich, dass noch das Gefühl in die Hand zurückkehrt, die Versicherungen nicht mehr viel länger Entscheide verschleppen und ich weiter das machen kann, was ich am liebsten mache!










Mittwoch, 24. August 2011

Von Kopenhagen bis Lund


Hej hej!

Monatelang hatte für diesen Tag hart trainiert, die Challenge Copenhagen, meine einzige Langdistanz in diesem Jahr. Mein Ziel war eine Zeit von Sub11, also eine Verbesserung von etwa einer halben Stunde gegenüber meiner Premiere im letzten Jahr. Und natürlich wollte ich aufs Podest meiner Altersklasse.

Die Strecken der Challenge Copenhagen sind wunderschön: Angefangen mit der Schwimmstrecke am Amager Strand mit Windpark im Hintergrund, bei welcher man unter drei Brücken hindurchschwimmen muss. Weiter mit der Velostrecke, die zuerst entlang der dänischen Küste und dann ins Hinterland führt, die allerdings weit mehr Höhenmeter hat, als ich erwartet hatte. Als Sahnehaube dann die abschliessende Laufstrecke durch die City von Kopenhagen, vorbei an Sightseeing Highlights wie der Kleinen Meerjungfrau, Nyhavn und mit dem Ziel beim Christiansborg Palace.

Das Schwimmen lief nicht ganz so gut, wie erhofft, aber war immer noch zufriedenstellend für mich. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, gegen eine Strömung anzuschwimmen, aber das war vielleicht auch nur Einbildung. Nach einem schnellen Wechsel ging es dann auf die zuerst flache Velostrecke. Zu Beginn konnte ich viel Druck aufs Pedal bringen und überholte so schon auf den ersten Kilometern einige Mitstreiterinnen meiner Altersklasse. Plötzlich bogen wir von der Küstenstrasse ins Hinterland ab, von da an ging es eigentlich nur noch in einem ständigen Wechsel bergauf und bergab, womit ich etwas Mühe hatte. Zweimal erklommen wir dann noch den Geels Bakke, den längsten Anstieg in ganz Dänemark, welcher auch Start und Ziel der Strassenvelo-WM im September sein wird. Auf dem Rückweg nach Kopenhagen wurde der Gegenwind dann unangenehm stark. Als ich vom Velo stieg und in die Wechselzone rannte, dachte ich, meine Sub11 wäre nicht mehr realisierbar. Mein Plan war gewesen, nach sieben Stunden auf die Laufstrecke zu wechseln, tatsächlich waren aber schon zehn Minuten mehr vergangen. Inzwischen war ich auf den dritten Kategorienrang vorgefahren. Ich lief nach Gefühl los, ohne auf die Uhr zu schauen, so schnell ich noch rennen konnte. Teilweise waren extrem viele Zuschauer an der Strecke, die uns antrieben und der Grossteil der Strecke führte entlang des Meeres. Zehn Kilometer vor dem Ziel war ich dann auf dem zweiten Rang und mir blieben noch etwa 50 Minuten zur 11-Stundenmarke. Ich rannte so schnell, wie ich noch irgendwie konnte und konnte es selbst kaum fassen, als ich nach 10:57 Stunden die Ziellinie überquerte. Ich hatte es doch noch unter 11h geschafft! Und ich hatte einen Rückstand von 24min nach dem Schwimmen in einen Rückstand von 4min reduziert und erreichte somit knapp den zweiten Rang in meiner Agegroup. Wenn ich doch nur richtig schwimmen könnte... :)

Sehr glücklich bin ich darüber, dass ich sowohl die schnellste Velo- als auch Laufzeit in meiner Agegroup realisierte und overall auf dem 24. Rang landete, neun Profifrauen eingeschlossen. Wenn ich einen Schweizer Pass hätte, wäre ich zudem schnellste Schweizerin geworden. ;)

Inzwischen bin ich über die Öresundbrücke nach Schweden gefahren. Dort wohne ich jetzt seit gut einer Woche in einer Studentenstadt namens Lund. An Weihnachten bin ich dann wieder zurück in der Schweiz! Mein Cervelo P3 habe ich inzwischen in einen roten Drahtesel umgetauscht, mit dem ich tagtäglich durch die City cruise. Lund ist die sportlichste Stadt Schwedens, jeder fährt Velo!

Hej då!

 

Keiner ist zu klein um ein Temp-Sport Fan zu sein...